Fachübersetzungen Englisch Italienisch - Maurizio Valente

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Maurizio Valente
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Glossar

Automatische Übersetzung oder maschinelle Übersetzung (machine translation, MT)
Generell ist die automatische Übersetzung noch immer eine Utopie (auch wenn manche CAT-Tools bereits mit MT-Programmen, wie z. B. Power Translator, verknüpft worden sind). Abgesehen von einigen sehr spezifischen und sehr kleinen Nischen, ist die maschinelle Übersetzung heute lediglich in der Lage, einen groben Abriss vom Inhalt eines Textes zu vermitteln, und – ohne mit dieser Einschätzung Yves Champollion zu nahe treten zu wollen, siehe www.accurapid.com/journal/15mt.htm – es ist nicht damit zu rechnen, dass sich diese Begrenztheit in absehbarer Zeit überwinden lässt.

Wie Craciunescu, Gerding-Salas und Stringer-O'Keeffe in einem kürzlich im Translation Journal erschienenen Artikel ausführten, ist der Begriff "Machine Translation" (maschinelle Übersetzung) irreführend, da die MT nur eine Vorübersetzung liefern kann, eine Art Rohfassung, die anschließend von einem Übersetzer komplett umgeschrieben werden muss.

Vor kurzem erhielt ich einen "Korrekturlese-Auftrag" für eine englisch-italienische Übersetzung, die sich dann als Produkt eines MT-Programms herausstellte. Eines der Glanzlichter dieses Textes war die Umbenennung der Software "Adobe PostScript" zum "ungebrannten PostScript-Lehmziegel". Natürlich vereinbarte ich mit dem Kunden die Neuübersetzung des Textes, da ihn die Korrektur einer derartigen "Rohfassung" teurer gekommen wäre.

"Babelfish" (www.altavista.com) liefert ein Beispiel dafür, wie ein simples MT-Programm funktioniert. Die Ergebnisse haben häufig einen gewissen Unterhaltungswert. Ich ließ mir von diesem Programm einmal den italienischen Satz "In genere si preferisce adoperare un substrato molto spesso" (auf Deutsch: Im Allgemeinen verwendet man vorzugsweise ein sehr dickes Substrat) übersetzen und erhielt dafür auf Englisch "In kind a lot is preferred to often use a substrate" (~ In gleicher Art lässt man oft eine Menge lieber ein Substrat benutzen). Die Rückübersetzung ins Italienische ergab dann "In natura molto è preferito usare spesso un substrato" (~ In der Natur wird es sehr bevorzugt, oft ein Substrat zu benutzen).

Heute werden allerdings ausgefeiltere MT-Tools eingesetzt, und es wird mit viel Forschungsaufwand versucht, sie immer besser zu machen. Manche Autohersteller lassen offensichtlich die Übersetzung ihrer Werkstatthandbücher von einem MT-System besorgen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Handbücher auf Englisch und in einer besonderen Sprachform abgefasst werden, die speziell entwickelt wurde, eine möglichst leichte MT-Übersetzung zu ermöglichen.

Theoretisch ist es denkbar, dass MT-Programme irgendwann so zuverlässig arbeiten werden, dass man statt Übersetzern nur noch Redakteure oder Korrekturleser braucht, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.


CAT-Tools
Was ist ein CAT-Tool?
Automatische Übersetzung oder maschinelle Übersetzung (machine translation, MT)
Die Abkürzung CAT steht für "Computer Aided Translation", d. h. computergestützte Übersetzung. Ein CAT-Tool ist ein Computer-Programm, das den Übersetzungsprozess beschleunigt und die Kohärenz eines Textes (Terminologie, Wortwahl und Stil) verbessern hilft.

Obwohl jedes CAT-Tool anders arbeitet, haben die meisten von ihnen folgende Grundmerkmale gemein:

Segmentierung: Der Ausgangstext wird in Segmente unterteilt, wofür bestimmte Regeln gelten (Trennung etwa nach einem Frage- oder Ausrufezeichen sowie nach Punkt oder Semikolon, auf die ein Leerzeichen folgt, es sei denn, das nächste Zeichen ist ein Kleinbuchstabe). Diese Regeln sind jedoch nicht unfehlbar, z. B. führen sie bei "Dr. Schmidt sagte, dass ..." zur Trennung in die Segmente "Dr. " und "Schmidt sagte, dass ...". Damit kommen wir gleich zu einem weiteren Merkmal, nämlich der "Verbinden/Trennen"-Funktion.

Verbinden/Trennen ("Join/Split"): Durch diese Funktion kann man zwei aufeinanderfolgende Segmente wieder vereinen bzw. ein Segment in zwei Segmente unterteilen. Diese Funktion ist jedoch nicht in jedem Fall anwendbar.

Analyse: Diese Funktion liefert Informationen zur Menge der in einem oder mehreren Dokumenten sich wiederholenden Textteilen ("degree of repetiveness", D.O.R.).

Verbreitung ("Propagation"): Ein einmal übersetztes Segmentpaar in der Ausgangs- und Zielsprache (eine so genannte "translation unit", TU) wird automatisch auf alle übrigen identischen Segmente übertragen.

Translation Memory (Abk. TM):
Datenbank, die sämtliche TUs (translation units) enthält.

Terminologiedatenbank ("Terminology database"):
Eine Datenbank, die einzelne Wörter oder Wortkombinationen enthält, nicht aber komplette TUs.

Unscharfe Suche ("Fuzzy search"):
Diese Suchfunktion findet in einem TM Segmente, die ähnlich, aber nicht identisch sind (Nicht-"100% Matches"). Der Grad der Unschärfe (degree of fuzziness, D.O.F.) legt fest, wie stark ein Textteil von einem anderen abweichen darf, um trotzdem noch als "ähnlich" zu gelten.

Abgesehen von diesen gemeinsamen Grundmerkmalen, lassen sich CAT-Tools in zwei Kategorien unterteilen:
- Direkt-Tools
- Indirekt-Tools.
Trados und Wordfast sind zwei Beispiele für die erstere Kategorie: Die Übersetzung wird innerhalb der jeweiligen Anwendung ausgeführt (zumindest im Fall von MS Word-Dokumenten).
Dagegen besitzen die Programme DéjàVu und SDL eine eigene Benutzeroberfläche. Die Quelldokumente werden in diese Benutzeroberfläche importiert, dort übersetzt und schließlich in ihr ursprüngliches Format zurückexportiert.

Zumindest bei DéjàVu bringt dieses Merkmal einen erheblichen Vorteil mit sich: Wenn ein Übersetzungsprojekt verschiedene Quelldateien umfasst, können diese sämtlich importiert und die übersetzten Textteile dann extrem schnell auf alle Dateien des Projekts angewandt werden (siehe "Verbreitung").


Idealübersetzung
Unter der Idealübersetzung versteht man, dass "der Übersetzer Ideen vermittelt, nicht Wörter". Dies bezeichnet man auch als "dynamische Äquivalenz". Statt "wortgetreu", also Wort für Wort zu übersetzen, verinnerlicht der Übersetzer die Konzepte und versucht dann, die enthaltene Botschaft zu übertragen, indem er/sie den Text in der Zielsprache neu formuliert. Dieser Ansatz kann u. U. zu Umschreibungen führen, was allerdings nicht immer wünschenswert ist.
Der ganze Sinn eines Textes geht jedenfalls meist über seine rein wörtliche Bedeutung hinaus, und dieser Umstand wird für maschinelle Übersetzungsprogramme immer ein unüberwindliches Problem bleiben.

Lokalisierung
Hierbei handelt es sich um weit mehr als eine schlichte Übertragung in eine andere Sprache.

Beispielsweise kann ein Programm-Icon in einem bestimmten Land die gewünschte Bedeutung haben, aber in einem anderen Land unverständlich sein oder sogar Anstoß erregen.

Im Fall der Software-Lokalisierung kann außerdem der zielsprachliche Text länger sein als in der Ausgangssprache; schon bei der Software-Entwicklung sollte dies tunlichst berücksichtigt werden (in der Sprachrichtung EN nach IT empfiehlt sich ein Spielraum von 30%); anderenfalls wird nicht nur der arme Übersetzer in den Wahnsinn getrieben, sondern wohl auch der arme User, wenn er auf den Schaltflächen nur kryptische Abkürzungen vorfindet.


Produktivitäts-Tools
Systeme dieser Art sind von Vorteil sowohl für den Übersetzer wie auch für seine Kunden.
Produktivitäts-Tools sind z. B.:
- CAT-Tools
- Diktierprogramme
- Suchprogramme (mit sequenzieller oder Index-gestützter Suchfunktion)

Übersetzer, Kriterien zur Beurteilung von
Für viele Organisationen ist es schwer, qualifizierte Übersetzer zu finden.

Woran erkennt man, ob ein Übersetzer gute Arbeit leistet? Die folgenden Kriterien liefern meiner Ansicht nach gute Anhaltspunkte.

- Berufserfahrung (in Jahren)
- Referenzen (Kunden und Kollegen). In manchen Fällen sehen sich Übersetzer allerdings außerstande, Referenzen zu liefern, z. B. weil sie durch Geheimhaltungsverpflichtungen gebunden sind, oder wenn die Organisation, die die Referenzen wünscht, ein direkter Konkurrent desjenigen ist, der die Referenz abgeben soll.
- Ausbildung
- professionelle und Web-Aktivität, z. B. als Autor von Beiträgen in Übersetzerforen (wie etwa www.proz.com; siehe dort "Forums" und "KudoZ") und fachspezifischen Mailing-Listen oder Journalen.
- Einhaltung der vereinbarten Abgabetermine
- keine Grammatik-, Rechtschreib- oder Flüchtigkeitsfehler
- keine versehentlichen Auslassungen
- muttersprachlicher, flüssiger Schreibstil in der Zielsprache
- gutes Sprachgefühl gemäß aktuellem Sprachgebrauch

"Transcreation"
Kunstwort aus "translation" und "creation", also etwa "Übersetz-Neuschöpfung". Hier liegt die wesentliche Leistung des Übersetzers im kreativen Gehalt des Zieltextes.
Die besten Beispiele für solche Wortschöpfungen finden sich in Mode und Werbung.

 


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